Zeitreise zurück

Einen ganz coole Idee hatte neulich mein Bruder. Der schrieb mich Donnerstags an und fragte mich: „was hast du Freitag Abend vor?“ Ich antwortete: „nix.“ „Hast du Bock, mit nach Gelsenkirchen zu fahren? Dort spielt eine Peter Gabriel Coverband. Alleine habe ich keine Lust, hinzufahren. Ich lad dich ein.“ Klar hatte ich Lust! Und wie. Mein Bruder und ich waren mindestens schon in einem Dutzend Peter Gabriel Konzerten. Das hat aber nachgelassen, weil

  • Erstens Gabriel inzwischen nicht mehr der Jüngste ist und nur noch selten Konzerte gibt – auch neue Alben sind nicht wirklich in Sicht und
  • Zweitens sind Konzertkarten inzwischen fast unerschwinglich. Zumindest für mich.

Aber, diese Gelegenheit für eine Zeitreise zurück in alte Zeiten ließ ich mir doch nicht entgehen.

Wir hatten einen richtig geilen Abend in Gelsenkirchen. Wir haben einen Parkplatz quasi in Pole Position gefunden, direkt vor einer netten Kneipe und auf der anderen Straßenseite war direkt die Location. Natürlich ganz anders als bei den großen Konzerten, klein und intim in einem Gemeindehaus.

Nach einem kurzen Bierchen in der Kneipe gingen wir dann passend über die Straße, kauften zwei Eintrittskarten für erträgliche 20 Euro und um 20 Uhr ging’s los.

Sechs richtig gute Musiker spielten fast drei Stunden eine für einen echten Fan geniale Songauswahl. Seit meinem 13. Lebensjahr bin ich Fan. Dank meines Bruders, mit dem ich jetzt unterwegs war.

Stark. Es war ein genialer Abend, super Musiker, viele meiner absoluten Lieblingslieder. Perfekt.

Aus diesem Abend ist der Plan entstanden, nächstes Jahr mit anderen Gabriel Fans ein Treffen zu organisieren.

Und da die Band, die „Mercy Street – a Tribute to Peter Gabriel“ heißt, nächstes Jahr wieder Konzerte in NRW geben wird, sind wir dann dabei! Yeah! Ich freu mich jetzt schon…

Zeitgefühl

#zeitgefühl

Eine meiner lieben Nachbarinnen sprach mich neulich an. Sie schien ganz entsetzt/erstaunt darüber zu sein, dass wir schon seit einem Jahr hier im Haus wohnen. Ja, stimmt. Wir erleben jetzt den zweiten Herbst seit dem Einzug. Und mir fiel dann ein, dass ich mal einen Blogbeitrag über dieses komische Zeitgefühl geschrieben hatte. Bevor ich meinen Blog aus Dummheit geschrottet hatte…tsts… 😉

Ich kann das auf jeden Fall bestätigen. Jeder Tag ist anders. Manchmal ist ein Tag zu kurz. Komisch eigentlich, weil jeder Tag immer gleich lang ist. 24 Stunden eben. Aber es fühlt sich nicht immer gleich an. Und ich kann noch nicht einmal sagen, woran das liegt, dass es sich anders anfühlt. Ist er gefühlt kürzer, wenn man sehr viel zu tun hat? Oder ist er dann länger?

Im Urlaub geht mir das immer so. Hat man zwei Wochen vor der Nase, vergeht die erste Woche immer schön langsam, und es kommt mir immer so lange vor. Dummerweise vergeht die Zweite immer schneller…und schneller.

Und Zack, Bumm, Urlaub rum.

Das zeigt mir dann immer wieder, dass Urlaub total überbewertet wird. Der Alltag ist irgendwie wichtiger. Urlaub kommt…und geht.
Der Alltag bleibt. Also machen wir uns den am Besten möglichst…schön.

Ich war früher furchtbar gerne im Urlaub. Am Liebsten in der Sonne. Italien oder Griechenland. Oder auch in den Bergen, das Beitragsbild ist 2004 in Österreich entstanden. In unserem ersten von vielen Urlauben mit Wohnwagen. Unglaublich, das sind 13 Jahre… Und gerne war ich 3-4 Wochen weg. Das hat sich total geändert. Ich genieße jetzt tatsächlich den Alltag. Ich könnte jetzt die Vermutung anstellen: das liegt an meinem Alter. Äh… ne. Ich glaub, das liegt vor allem an meinen Erfahrungen, die ich im Laufe des Lebens gemacht habe. Ich freue mich über jeden Tag. Das macht das Leben deutlich einfacher.

Finde ich… 😉

Mal was Neues…

…ausprobieren.

Das mache ich generell gerne und ist meistens spannend. Seit Wochen (oder Monaten ….?) will ich über etwas schreiben, von dem ich schon vor vielen Jahren gehört hatte. Ausprobiert hatte ich es noch nie.

Im Juni war ich eine Freundin besuchen (oh ja, es ist tatsächlich ein Vierteljahr her, ups 🙂 ). Wir sehen uns nicht sooo oft (auf jeden Fall nicht oft genug) und natürlich hatten wir erstmal viel Gesprächsstoff.
Ihr Mann brachte dann abends plötzlich ein für mich ganz neues Thema auf den Tisch.

Geocaching.

Jau, hatte ich schon mal von gehört. Aber noch nie gemacht. Spontan wurde ich dann angemeldet bei geocaching.com. Und ich installierte ein paar Apps auf meinem Handy. Zum Suchen und damit das Ganze auch unterwegs gut funktioniert. Ich konnte ja schlecht meinen Laptop mit ins Gelände nehmen. Ich bekam dann eine Schnelleinweisung, worum es geht. Wie man es macht. Was man braucht. Und bekam Begriffe erklärt wie: Earth Cache. Multi Cache. Mystery Cache.

Dann am nächsten Morgen sind wir los, den allerersten Cache suchen. WIE AUFREGEND!

Wir starteten also meine erste Schatzsuche. Es hat echt viel Spaß gemacht, und wenn dann Freunde dabei sind, die einem helfen und „anleiten“, macht es das Ganze noch besser. Als ich wieder vom Besuch zurück war, habe ich zuhause meinen ersten Cache gesucht. Und habe prompt einen Stift vergessen. Also bin ich am nächsten Tag nochmal los, habe dann meinen Eintrag gemacht und den Cache eingeloggt.

Echt ein cooles Hobby. Ich sollte also demnächst endlich mal wieder auf Schatzsuche gehen, bevor Schnee liegt. Das kann nämlich auch ganz schnell passieren. Dann ist wieder ein Vierteljahr rum und es ist Weihnachten.

Und dann geht man vielleicht nicht auf Schatzsuche sondern sucht stattdessen Geschenke.

Ich glaube, ich kaufe morgen die ersten Dominosteine. Nicht dass plötzlich Weihnachten ist und ich bin nicht vorbereitet. Wo die Zeit doch so rennt…. 😉

120 und ein langer Tag

Heute ist ein besonderer Tag.
Finde ich.
Irgendwie ist fast jeder Tag ein besonderer Tag. Manchmal besonders schlecht. Manchmal besonders gut.
Aber heute mehr als sonst… ich finde nämlich, dass es gleich zwei Gründe dafür gibt, dass es ein besonders GUTER Tag war… ist… noch ist er ja nicht vorbei. Wir haben 21.45 Uhr. Mal sehen, was noch so geht. 😉

Also, der erste Grund ist:
Heute ist Sommersonnenwende. Ich liebe solche Tage. Die sind schon vom Namen her besonders. Und dann ist dieser auch noch besonders lang. Länger geht gar nicht… Pessimisten sehen darin gleich etwas Schlechtes. Und sagen: Oh nein, die Tage werden ab jetzt kürzer. Na und? Das ist normal. Man kann sich trotzdem über den langen Tag freuen. Oder nicht? Ich mache das auf jeden Fall…

Der zweite Grund ist:
Heute bin ich seit 120 Tagen beim Coimbra-Protokoll dabei. Ich habe inzwischen meinen ersten Meilenstein erreicht und nehme 120.000 Einheiten Vitamin D3.
120 Tage und 120.000 Einheiten.
Das Beste ist, es geht mir gut. Ich bin mir sicher, dass diese Therapie ein Durchbruch ist. Und der liebe Dr. Coimbra bekommt in ein paar Jahren (oder Jahrzehnten) einen Nobelpreis. Für Medizin oder für seine Menschlichkeit. Dann bekommt er eben den Friedensnobelpreis. Auch egal 😉

Man merkt, ich stehe voll und ganz dahinter und glaube, dass es meine MS stoppen wird. Ich nicht, wie ein Arzt gesagt hat, irgendwann im Rollstuhl sitzen werde. Nein, das will ich nicht und werde ich nicht.
Meine Entscheidung, die ich im Oktober getroffen habe, mich auf etwas völlig Neues einzulassen und mit den üblichen MS Medikamenten aufzuhören, war für mich goldrichtig. Eigentlich bin ich ein Glückskind… Ich wusste das ja schon immer. Deswegen ist mein Lebensmotto:

Alles wird gut.

Das Bild zum Beitrag (s.o.) ist 2004 auf Sardinien entstanden. Das passte zu der Hitze und der vielen Sonne, die heute schien.  Besonders schön. 🙂

Back Home.

Eine sehr schöne Woche ist vorbei. Ich habe viele Menschen von früher wiedergetroffen. Und neue kennengelernt.  Wir haben auch die Zeit bei unserer Tante und dem Onkel genossen, wir hatten uns schließlich lange aus den Augen verloren. Es gibt in den besten Familien manchmal Probleme, jetzt ist das vergessen. Jede Nacht drohte allerdings Gefahr, dass eine neue Krise ausbricht… Wenn man auf 1,20m Breite zu zweit schläft, wird es schon mal eng. In unserem Fall hat das unserer Geschwisterliebe zum Glück keinen Abbruch getan. 😂

Unser Cousin hat uns dann ein architektonisch wertvolles Haus in der direkten Nachbarschaft gezeigt. Siehe oben. Hammer. Über 500 Wohnungen in 11 Etagen. Offenbar ist der Architekt Corbusier auch ziemlich bekannt. Aber meine Schwester und ich sind leider manchmal Kulturbanausen.

Dafür kennen wir andere Sachen und Leute, die auch irgendwie wichtig sind. Faustballer aus der Schweiz oder aus Österreich zum Beispiel…

Und am ersten Abend beim Turnfest waren wir auf einer Faustballerparty beim VfK Berlin. Leider mussten wir nach ein paar Stunden diese sehr schöne Veranstaltung verlassen…es war mir nämlich zu kalt. Und da es den ganzen Sonntag geregnet hatte, war leider keine Besserung in Sicht.

Der Rest der Woche verging wie im Flug. Jeden Tag besuchten wir das Maifeld mit den 20 Faustballfeldern, zweimal haben wir es in die City geschafft zum Essen oder für einen Cappuccino.

Fazit: auch beim zweiten Mal Turnfest in Berlin hat es sich gelohnt. Zumal die Zugfahrt extrem chillig war. In drei Stunden ist es an Pfingsten wohl nicht möglich, mit dem Auto zu fahren. Und Parkplatzsorgen hat man auch nicht…

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…so isses. Mein Alltag, mein Leben.