Wartezeiten…

…hat man ständig. Manchmal kommt es mir so vor, als wenn ein Drittel meines Lebens aus Warten besteht.
Sicher ist das übertrieben, aber wenn man darüber nachdenkt, wartet man ständig. Worauf eigentlich?

An der Ampel…dass sie endlich grün wird.
An der Kasse…um den Einkauf bezahlen zu können.
Im Kino…bis der Film endlich anfängt.
Beim Fernsehen gucken…schon wieder Werbung?!
Auf die Ferien…den Urlaub…die Fähre (s.o.), den Zug, das Stauende usw. usw.

Einen der Höhepunkt hatte ich neulich.
Ich saß ganze fünf (!) Stunden bei meiner Neurologin im Wartezimmer. Die, nach eigener Krankheit und lange geplanten zwei Wochen Urlaub dann auch noch Vertretung für einen Kollegen machen musste.
Und obwohl viele der Patienten so lange wie ich warten mussten (und es Einigen ziemlich schlecht ging), hat niemand gemeckert. Im Gegenteil: viele lobten ihre Ärztin in den höchsten Tönen.
Weil sie ihr Bestes gibt, ein offenes Ohr hat, den Patienten zuhört, sie ernst nimmt.

Die meisten dieser Patienten finden sich sehr oft in Wartezimmern wieder. Und wenn man weiß, dass man am Ende dann Hilfe bekommt und man das Gefühl hat, dass alles, was möglich ist, getan wird, nimmt man es in Kauf.

Oft hat das Warten nicht so viel Sinn und man empfindet es als verschwendete Zeit. Zeit des Lebens, die man anders nutzen könnte.
Aber, mal ganz ehrlich, hat man eine andere Chance?
Oder bringt das Warten eine Möglichkeit, diese Zeit doch irgendwie  zu nutzen?

Vielleicht Jemandem zuzuhören, zu reden, Musik zu hören, zu lesen.
Oder in der Werbepause auf Klo zu gehen. 😉

Ich bin gestern durch Zufall über einen anderen Blog  gestolpert…und konnte den Beitrag zum Teil nachvollziehen…und war mal wieder froh, dass ich mich bei meiner Ärztin nicht im Kreis drehe.
Zumindest sagt mir das mein Gefühl und das ist gut.

Offenbar habe ich mit ihr Glück gehabt. Das braucht man, genau wie man manchmal Glück hat und die Ampel direkt grün ist oder die Kasse beim Einkaufen leer…

Also, schön Geduld haben, entspannt bleiben und die Zeit nicht als verloren sehen. Manchmal klappt das tatsächlich… 😀

Handys und der Touchscreen…

…das gab’s vor einigen Jahren nicht.
Denkt man mal vielleicht fünf bis acht Jahre zurück, sahen Handys noch eher aus…wie ein Telefon. Nicht wie ein tragbarer Computer. Es hatte Tasten, vor noch längerer Zeit waren sie eher unpraktisch groß.
Eben ein Telefon. Ein Telefon zum Mitnehmen.

Dann kamen plötzlich klappbare Modelle auf den Markt! Der Wahnsinn, plötzlich waren die Dinger nur noch halb so groß beim Transport.
Faszinierend, hätte Mr. Spock gesagt.
Der Trend war: kleiner ist besser. Schließlich sollte es in die Hosentasche passen.
Tasten hatten sie immer noch.

Ich hatte auch mal ein „Outdoor“-Teil. Spritzwassergeschützt und die Tasten waren noch schwieriger zu drücken… 😉

Dann….die Sensation. Keine Tasten mehr. Man drückte einfach auf den Bildschirm und man konnte telefonieren.

WOW!

WIE geht das denn…?!?

Der Trend kleiner ist besser drehte sich irgendwann um.
Wahrscheinlich, weil es plötzlich möglich war, sogar Videos am Handy zu gucken. Jederzeit. An jedem Ort. Das Wort „App“ machte die Runde.

WAS ist das denn?

Rätsel über Rätsel. Eine Innovation nach der anderen. Man kommt ja kaum noch mit und wenn man mitkommen will, wird das mit der Zeit ganz schön teuer.

Eigentlich ist es unglaublich, was man heutzutage alles mit dem Smartphone (so hieß es irgendwann, kurz nach den „Apps…“ machen kann.

Warum ich eigentlich auf dieses Thema komme?

Dieser Touchscreen ist mir dann gestern zum kleinen Verhängnis geworden. Ich wollte auf meinem Handy die neue Firmware installieren, schimpft sich Cyanogen12 und beinhaltet Android 5.0, genannt Lollipop. Nach Jellybean, Icecream Sandwich und Kitkat noch mehr Süßigkeiten.

Hat alles ganz toll geklappt.

Aaaaber….dann musste ich ein Teil des Systems nachinstallieren, wofür ich ein zweites Mal in den „Recovery-Modus“ gehen musste. Hier findet sich ein Eintrag:
Apply Update.
Und direkt darunter:
Wipe data/factory reset.

Leider hab ich die erste Zeile mit meinem Finger irgendwie nicht getroffen und die Zweite erwischt. Und nein, da kommt nicht nochmal eine nette Nachfrage: „Sind Sie sicher? (dass Sie ihr Handy KOMPLETT löschen wollen…?)

Zu spät.

Immerhin konnte ich fast alles wiederherstellen, hat nur einige Zeit gedauert.

Ich habe jetzt quasi ein nagelneues Handy, wie frisch aus der Verpackung.

Wäre das wohl mit einer TASTE auch passiert? 😀

Familienausflug zur OFGP-Bude

Heute haben wir uns auf den Weg an den Möhnesee gemacht, um in Andenken an unseren Papa/Opa gemeinsam eine Portion Pommes zu essen. An der Bude, die schon immer ein häufig besuchtes Ziel war, nach Wanderungen, Spaziergängen oder früher auch nach dem Schwimmen.

Wir haben die Bude OFGP-Bude getauft:

Opa Franz Gedächtnis Pommes Bude.

Gerd hat auf seinem Handy ein Bild von Papas allerletztem Besuch gefunden, genaues Datum ist der 14.11.2011.

Papa 2011

Kommentar von Rosanna: Hauptsache Opa hat voll Mayo am Mund. 😀

So kannten wir ihn, immer der gleiche Lieblingspulli, immer der gleiche Hut auf dem Kopf, immer etwas verschmiert am Mund…egal!

Zwar schien die Sonne, aber der Fleecepulli musste trotzdem sein:
„Was gegen Kälte gut ist, ist auch gegen Hitze gut.“

Er war glücklich, im Kreis seiner Lieben diese Dinge immer und immer wieder neu zu erleben.

Wir haben heute gemeinsam beschlossen, dass wir diesen Ausflug  jedes Jahr an seinem Geburtstag wiederholen werden. Oder an seinem Todestag…
…oder dazwischen.

Und jedes Mal werden wieder Erinnerungen aufkommen, die wir alle nicht vergessen wollen.

Und das ist gut so.

 

Einschlafen, wenn es so sein soll.

 

Papa....Familie, Sportplatz, Fahrrad. Mehr braucht es nicht, um sein Leben zu beschreiben,
Papa….Familie, Sportplatz, Fahrrad.
Mehr braucht es nicht, um sein Leben zu beschreiben.

Im letzten Beitrag schrieb ich von Veränderungen.

Jetzt hat mein Papa sich entschieden, dass sein Leben lang genug gewesen ist. Ende März hat er noch seinen Geburtstag gefeiert. Seinen Letzten. Ob er sich darüber im Klaren war, dass er Geburtstag hat? Das weiß man nicht.

Ich weiß aber, dass für ihn einige Dinge sehr wichtig waren im Laufe seines Lebens.

Allen voran seine Familie, seine Ruth und seine vier Kinder.

Vor 16 Jahren musste er seine Frau plötzlich gehen lassen. Sie war gerade 66 Jahre alt. Jetzt ist er ihr gefolgt. Mit 88 Jahren.

Vielleicht wollte er es so.
Er ist einfach eingeschlafen. In seinem eigenen Haus, friedlich und ohne Kampf.

Er hat einen Weltkrieg erlebt, die Gefangenschaft, hat dann eine beachtliche berufliche Karriere gemacht, geheiratet, vier Kinder bekommen, ein Haus gebaut.

Sein erstes Auto war ein VW Käfer. Um sich das leisten zu können, hat er mit dem Rauchen aufgehört. Einfach so. Von heute auf morgen. Weil er das so wollte.

Sein Leben stand neben der Familie ganz im Zeichen von Sport. Der Sportplatz war sein zweites Zuhause. Sein Fahrrad sein Hauptbeförderungsmittel. Das hat er geliebt.

Jemand schrieb mir diese Woche diesen Satz:

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.

Immanuel Kant

Er wird immer durch viele Dinge und Sprüche in unserem Gedächtnis bleiben und wir werden ihn mit Sicherheit nie vergessen.

 

Veränderungen…

…im Leben.

Manchmal kleine, manchmal große. Sie gehören dazu…zum Leben.

Manchmal sind sie schön.
Manchmal genau das Gegenteil.

Manchmal ändern sie alles. 

Manchmal ganz plötzlich.
Manchmal sieht oder fühlt man sie schon länger kommen.

Wie es zu diesem Blog-Eintrag kam…

Neulich sass ich mit meiner Tochter im Büro meiner Krankenkasse.
Uns fiel ein Werbeplakat auf, das dort an der Wand hing.
Die Aussage war: ‚Berufswunsch Chirurg. Unfall. Heute YouTuber.‘

Ich sah das und dachte mir:  Oha. Da hat offenbar jemand eine krasse Veränderung in seinem Leben erfahren.
Und nachdem ich das erstmal vergessen hatte, fiel mir das gestern wieder ein. Und habe mich informiert, worum es da ging.

Ich fand eine bemerkenswerte Geschichte im Netz.
http://lefloid.tk.de/

Mein Sohn ist auch jemand, der mehrere YouTuber abonniert hat.
Ich kannte dieses Thema also irgendwie, habe mich aber noch nie wirklich damit beschäftigt.

Nachdem ich die Geschichte dieses LeFloid gesehen habe, bin ich allerdings beeindruckt. Wie man Veränderungen im Leben bewältigen kann. Und neue Wege finden kann.

Eine Aussage von LeFloid ist:

“ Nicht alles im Leben ist so richtig scheiße, nur weil gerade alles im Leben so richtig scheiße ist.“

Hut ab vor diesem Menschen, der von jetzt auf gleich seinen Traum begraben musste…und dann aufgestanden ist.

Ich werde ihm bei YouTube folgen. Auch junge Menschen haben beeindruckende Geschichten zu erzählen.
Ich habe meinem Sohn das Video gerade gezeigt.
Und er meinte: „Mach deinen AdBlocker aus! Sonst bekommt er kein Geld!“
Wieder was dazu gelernt…

Und….LeFloid’s Lebensmotto:

„Pläne sind so richtig hart für’n Arsch…..lebt wirklich mehr im Jetzt!“

Das kann man nur so stehen lassen….