Der erste Tag nach den Infusionen…

…ist normalerweise eine Qual. Ich kämpfe drei Tage mit „Entzugserscheinungen“, geistig und körperlich total matschig (noch mehr als sonst 😉 ), jetzt werde ich das erste mal mit Cortison Tabletten „ausgeschlichen“. Also von 1000mg Corti pro Tag jetzt vier Tage so langsam absetzen. Bis heute Mittag klappte das noch nicht so gut, und nach Wannenbad, Tens-Massage gegen meine fiesen Blockaden in der Halswirbelsäule, die mir seit Tagen Mega Kopfschmerzen bereiten, war ich auf dem Laufband so kaputt, dass ich leider den Magnetschalter rausgezogen habe. Ich war wohl zu langsam… Oder unaufmerksam. Das bedeutet: alles stand auf Null und ich konnte meine Daten nicht korrekt in mein Protokoll eintragen… Ok, ich hab dann geschätzt, so ungefähr wusste ich es. Kann passieren… 🙂

Bei Mittagessen war dann mein geistiger Tiefpunkt eingetreten und ich hab nur das Minimum gegessen, um mich dann noch zumindest 30min ins Bett legen zu können. Dann hat nämlich die Kletterwand auf mich gewartet und das wollte ich auf jeden Fall gerne mitmachen. Dann, nach einer Stunde Pause, kam mein persönliches Highlight des Tages: das erste Mal in meinem Leben autogenes Training. Und, obwohl ich es noch nicht 100prozentig hinbekommen habe, war ich nach dieser Stunde plötzlich total fit im Kopf! Hammer! Das will ich auf jeden Fall „lernen“. Ich hatte in einem früheren Klinikaufenthalt schon Entspannung per Traumreisen und Progressive Muskelentspannung ausprobiert. Mit wenig bis gar keinem Erfolg. Jetzt weiß ich aber, wie es funktionieren kann, sich tatsächlich zu entspannen. Wie gesagt, das war heute mein Highlight. Noch etwas Positives: meine Blockaden in der HWS haben sich gelöst. Endlich…

Und ich bin gespannt, was der morgige Tag so bringt. Eins kann ich auf jeden Fall jetzt schon sagen: der Aufenthalt hier bringt mir viel. Sehr viel. Mein Bauchgefühl hier hin zu gehen, war zum Glück eindeutig richtig. In diesem Sinne wünsche ich allen einen entspannten Abend… 🙂

Montags-Highlights…

Yeah. Die letzte Infusion ist durch und danach durfte ich auf’s Laufband. Also eigentlich ist es ja ein Gehband. Dieses Gefühl, etwas zu tun, zu arbeiten und nicht nur Medis zu schlucken, ist einfach gut. Dann gab’s noch Krankengymnastik, das war top gegen meine Blockaden und die Schmerzen. Abschließend legte ich mich gemütlich in die Feldenkrais Gruppe, die eigentlich Entspannung und Verinnerlichung von Bewegungsmustern bringen soll. Dieses Mal führte es leider dazu, dass mein Rücken sich beleidigt und getresst fühlte und mir das auch zeigte. Hmpf…

Inzwischen war es 16 Uhr und ich bekam lieben Besuch. Der Rest des Tages war gefüllt mit Kaffee trinken, Billardspielen, Abendbrot und wieder Billard. Wunderbarst! 😉

Heute geht’s weiter, womit erzähle ich heute Abend.  😀

Ein Wochenende mit Cortison und Besuch…

Das erste Wochenende in „Gefangenschaft“ ist fast rum. Wir steuern stark auf’s Abendessen am Sonntag zu. Gestern und heute gab’s zum Frühstück die Cortison-Infusion (also eigentlich danach). Alles gut soweit, außer die üblichen Schmerzen ab Nachmittag. Ok, dann doch mal ne Paracetamol, hilft ein bisschen. Solche Nebenwirkungen kann man in Kauf nehmen und sind erträglich. Der positive Effekt sollte überwiegen (ich warte noch drauf…  😉 ).

Samstags und Sonntags laufen hier selten Therapien, für mich auf jeden Fall nicht. So komme ich zwischendurch tatsächlich etwas zum arbeiten, was sehr gut ist. Zumindest so eine Stunde klappt das ganz gut. Dann stolper ich meistens entweder in den Speisesaal oder ins Bett. Heute Nachmittag waren meine Kids hier, ich hab mich sehr gefreut und die beiden haben sich an dem Billardtisch vergnügt und duelliert. Und ich hab frische Wäsche und meine Schmutzige wie von Zauberhand weg…  Unser Abendprogramm besteht heute aus TV und zum schlafen gönnen wir uns die Schlaftablette. Ohne die viele (ich gehöre auch dazu) unter Corti (wie es hier liebevoll genannt wird) keinen Schlaf bekommen. Und das ist ja auch nicht gut.

Morgen dann die letzte Infusion und das erste Mal Laufbandtraining und Physiotherapie. Die gibt’s jeden Tag.

Also, auf in den Kampf #meinjahr2016  🙂

Tag 1 in Hachen…

Aus gegebenem Anlass schreibe ich ab heute ausnahmsweise häufiger.  Es ist Tag 1 von drei Wochen in der MS Klinik in Hachen, in der ich zum ersten Mal „Gast“ bin. Die Anreise gestern war trotz der vielen und ganz neuen Eindrücke entspannt. Überhaupt sind die Menschen hier gechillt, es kommt kaum Krankenhaus-Feeling auf.

Heute um 8 Uhr stand auf meinem Terminzettel  Aufnahme in der Physiotherapie. Ich  habe mich gut geschlagen (glaube ich). ? Danach durfte ich mich dann 15 min auf eine total coole Massagematte legen, die dann auch noch schön warm war. Nennt sich Oszillations-Schmerztherapie.  Auf die Frage: wo wollen Sie denn:  Schulter, Nacken, unterer Rücken? Sag ich nur: Alles… Das volle Programm bitte. Das war Wellness pur. 🙂

Dann hatte ich ergotherapeutische und neuropsychologische Aufnahme. Feinmotorik ist super (zum Glück, wäre sonst auch echt blöd mit meinem Job), aber Konzentration und Aufmerksamkeit haben Defizite, deswegen steht demnächst Hirnleistungstraining auf dem Programm. Hört sich an wie Hochleistungssport, finde ich…

Bei der Laufband-Analyse zeigte sich ein unsicherer Gang (ach was…  😉  ) und suboptimales Abrollverhalten vor allem am Fuß links. Also kommt Laufband auch auf meinen Plan.

Essenstechnisch bin ich hier bestens versorgt. Das empfinde ich auch als Wellness.  😉

Ab morgen gibt’s dann drei Tage Cortison.

Unter den Mitpatienten habe ich bis jetzt nur positive Menschen kennengelernt. Das alleine führt schon dazu, dass es mir gut geht. Abgesehen von der Ärztin (die ich schon aus der Ambulanz kenne und die mich überzeugt hat, dass ein stationärer Aufenthalt sehr gut für mich wäre) sind auch die Therapeuten klasse und die Schwestern herzallerliebst.

Jetzt am Wochenende ist Powerchillen angesagt. Außer Infusionen läuft hier nix. Mal sehen, wie mir das bekommt… 🙂