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Der Umzug und dann ist das Haus leer

Nachdem die Küche fertig war, haben wir nach und nach Möbel aus dem Haus rübergebracht. Das ist echter Luxus, wenn man nicht alles auf einmal mit einem Unternehmen oder einem LKW erledigen muss. Wir hatten also keinen Zeitdruck und haben in den ganzen Monaten, in denen klar war, dass wir umziehen, im Haus aufgeräumt. Entsorgt. Verschenkt. Verkaufen war nicht so der Hit, irgendwie hatte niemand Interesse an unseren Sachen. Das macht aber Sinn, weil wir die ja auch nicht mehr gebrauchen konnten… Selbst die Bücher wurden wir nur zum Teil los. Lag bestimmt am Sommerloch… 😉 Als wir den Großteil rübergeschafft hatten (unser Auto hat den Weg quasi fast von alleine gefunden, zum Glück war es nicht sooo weit), haben wir tatsächlich an einem Donnerstagabend mit einem Bulli und vielen Freunden und Familie die großen Teile umgezogen. Unfassbar wie schnell das ging. Danke an dieser Stelle nochmal an alle Helfer. Die Einweihungsparty steht immer noch aus… 😉 kommt aber noch, versprochen.

An diesem Umzugstag war es übrigens affenheiß – einen besseren Ausdruck dafür gibt es nicht.
Es herrschte zwar blankes Chaos in der Wohnung, aber wir haben das erste Mal dort geschlafen, haben noch auf der Dachterrasse gesessen und die Ruhe genossen. Was für ein aufregender Tag.

Der Rest war Auf- und Einräumen und das zog sich noch einige Tage hin. Und zum Abschluss musste dann das Haus endgültig leergeräumt werden. Meine Güte, was sich in 18 Jahren alles ansammelt. Teilweise gab es noch Dinge, die der Vorbesitzerin gehörten. Und da zeigt sich mal wieder, dass man einfach viel zu viele Sachen behält…weil man sie VIELLEICHT doch noch mal IRGENDWANN braucht. Kann man vergessen. 90% braucht man dann nämlich doch nicht.

Als unser Haus dann leer war, habe ich jedes Zimmer fotografiert – immerhin war das damals quasi unser Lebenstraum, wir haben viel Liebe und Arbeit reingesteckt und haben in den 18 Jahren das Haus zu unserem gemacht. Der Abschied war trotzdem erträglich, was zum Großteil an der schönen, neuen Wohnung lag. Und wir hatten mehrere Monate Zeit, uns zu verabschieden.

Inzwischen war Anfang September, wir haben uns bei guten Wetter eingelebt und die Nachbarn nach und nach kennengelernt. Und uns vorher auch von den alten Nachbarn verabschiedet. Das war ehrlich gesagt fast das Schlimmste… 🙁

Mein Geburtstag, Besuch und andere schöne Sachen

Plötzlich ist man wieder ein Jahr weiter. Also einerseits durch Silvester, andererseits ist man auch durch seinen Geburtstag ganz automatisch ein Jahr älter. Und tatsächlich finde ich das nicht schlimm, sondern freue mich. Weil es eben nicht automatisch so ist. Und da alles gut ist, habe ich mich über Besuch aus München gefreut (mein Cousin) und habe an dem Wochenende nach meinem Geburtstag etwas gefeiert. Das mache ich immer, mal größer, mal kleiner, aber jedes Jahr etwas. Dieses Jahr war es kleiner, nachdem es letztes Jahr eine größere Aktion war, mit viel Essen und mehr Leuten. Dieses Jahr mit Familie und Menschen, die ich fast zur Familie zähle.

Der Abend war mega witzig, wir haben unter anderem festgestellt, dass es sehr (!) wichtig ist, wie man auf dem Friedhof die Gießkanne hält. 🙂 Dann haben alle unter Schmerzen mein Brett ausprobiert, das wie Fuß Reflexzonen Massage wirkt. Man stellt sich barfuß drauf und es ist ein Gefühl, als wenn man auf Akupunktur Nadeln steht… Aua. Ich halte das nur mit Socken aus. Anderen macht das nix. Offenbar ist bei denen die Hornhaut unter den Füßen ausgeprägter als bei mir. Oder die sind gefühllos. 😉

Wir hatten auf jeden Fall einen Heidenspaß und ich bin so froh, dass ich eine richtig tolle Familie habe.

Von meinen Kindern habe ich ein einmaliges Geschenk bekommen: meine ganzen Blogeinträge als Buch. Absolut cool. Jetzt kann ich meinen Blog ins Regal stellen… Das kann auch nicht jeder behaupten.IMG_20160216_132015~01

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Und auf diesem Beitragsbild sieht man, dass ich seit langer Zeit endlich mal wieder im Schmetterlingshaus im Maxipark war. Mit einem guten Freund von mir, den ich seit 40 Jahren kenne. Auch das ist etwas Besonderes… Also die 40 Jahre. Und das Schmetterlingshaus auch…  😉

Zeitreisen in 2015

Es ist Weihnachten. Das Jahr geht dem Ende zu und, bevor es vorbei ist, werde ich 2015 Revue passieren lassen (was ist das eigentlich für ein seltsamer Ausdruck?) Egal, die meisten Menschen jenseits der 20 werden ihn verstehen…den Jüngeren wird sich die Bedeutung irgendwie erschließen. Die haben dann zum Ende des Jahres was gelernt und das ganz ohne Schule… das geht… 😀

Im Januar und Juni habe ich mal wieder ein paar Tage in der Klinik verbracht. Keine Zeitreisen in dieser Situation…also weiter gehts.

Die erste „Reise“ im Februar. Ich habe mit meinen Kindern eine Probefahrt gemacht. Im Skoda Yeti. Schon länger mein Traumauto. Anhand eines Fotos auf meinem alten Handy konnte ich nachvollziehen, dass ich am 9.11.2013 das erste Mal in diesem Auto gesessen habe. Ich habe damals gesagt: DAS wird irgendwann mein Auto. Es hat bis Mai 2015 gedauert, bis ich das verwirklicht habe. Jetzt freue ich mich immer noch jeden Tag darüber. Sehr schön!

Im April ist dann mein Papa gestorben. Damit kommen natürlich auch viele Erinnerungen an ihn zurück… Inzwischen wurde das Haus verkauft, in dem ich im Alter zwischen 9 und 20 Jahren gewohnt habe und damit einen großen Teil meiner Kindheit verbracht habe. Jetzt gehört es nicht mehr uns, aber ich bin froh, dass es in gute Hände gekommen ist. Zum Abschied bin ich noch einmal durch meine Kindheit gewandert und habe Fotos vom Haus gemacht: u.a. mein Kinderzimmer, Küche und vom Eingang (s.o.). Das fand ich wichtig für mich.

Im Juli war ich nach einigen Jahren wieder in Dänemark. Auch hier viele Erinnerungen an 2008 und 2009, als ich das letzte Mal dort war. Eine schöne Zeitreise.

Mitte des Jahres entstand plötzlich Kontakt zu meinem Cousin. Eines der schönsten Erlebnisse in diesem Jahr. Nach mehr als 25 Jahren jemanden aus der Familie wiederzufinden, ist wirklich eine Zeitreise… Wie in ein anderes Leben. Im Oktober dann das erste Wiedersehen und Besuch in München beim Cousin. Im Dezember sein Besuch in Hamm. Wir haben viele Orte in Hamm besucht: das Geburtshaus unserer Mütter, das Grab unserer Großeltern und dabei gemeinsam eine Reise in frühere Zeiten erlebt. Beeindruckend…

Eine Zeitreise der nicht so schönen Art erlebte ich im November durch eine erneute Tachykardie. Shit happens, aufstehen, Krone richten und weiter geht’s.(Ich mag diesen Spruch, ist aber leider nicht von mir… 😉 )

Ich habe noch andere, sehr schöne Dinge in diesem Jahr erlebt. Es war sehr ereignisreich, liebe Freunde haben mich besucht, ich habe endlich nach langer Zeit meine Freundin in der Schweiz besucht und ich habe Menschen getroffen, die schon lange oder auch ganz frisch ihre Spuren in meinem Leben hinterlassen.

Ich hatte lange Jahre eher Probleme und Zweifel an Silvester und Neujahr…was wird das neue Jahr wohl bringen? Jetzt freue ich mich auf ein schönes, fröhliches  und ereignisreiches 2016 und genau das wünsche ich euch allen auch!

Guck mal… Ein Kniffel!

Diesen Satz verstehen wieder nur Menschen, die dabei waren… Das ist nämlich ein Insider…  😀

Leute, die nicht anwesend waren, finden das meistens gar nicht witzig. Das nimmt einem manchmal total den Spaß. Man erzählt und niemand findet es so richtig komisch. Weil eben die Situationskomik fehlt. Und die kann man oft nicht wiederholen.

Ich war gerade eine Woche im Urlaub. Und es hat sich wieder mal gezeigt: es ist eigentlich egal, wohin man fährt. Oder ob das Wetter gut ist.  Wichtig ist, mit WEM man unterwegs ist. Mit den richtigen Leuten an seiner Seite ist der Regen gar nicht so nass. Und der Wind nicht so nervig. Und das Haus nicht zu klein. Der Stau nicht so lang. Nee… Dann ist nämlich das Wetter einfach gut. Das wird eh überbewertet. Was nützt einem gutes Wetter, wenn niemand da ist, mit dem man es genießen kann. Andersrum: wenn irgendwas nicht passt, machen die Menschen und diese Insider, die man in der Gruppe erlebt, alles vergessen. Wie wenn man Kniffel spielt und man gerade keine Chance hat zu gewinnen. Völlig egal. Dann würfelt man eben ohne Becher.. Und plötzlich purzeln die passenden Zahlen. („ey, du hältst die Würfel so lange fest, bis sie passen!“)  Da kommen so Bemerkungen wie: „guck mal, es regnet…“  Alle gucken und plötzlich ertönt: „ein Kniffel!“  Leider hat’s niemand gesehen, weil alle gerade nach draußen geguckt haben. Bis auf den, der gewürfelt hat. Dem sofort unterstellt wird: „komm, du hast geschummelt!“  Wieviel Spaß man in solchen Situationen haben kann… Auch wenn’s regnet. Oder vielleicht gerade dann.

Das hört sich jetzt alles so an, als wäre das Wetter schlecht gewesen. Nein, war’s nicht. Als wäre das Haus zu klein gewesen. Nein, im Gegenteil. Oder wir im Stau gestanden hätten. Nein, gar nicht. Aber WENN das so gewesen wäre, hätten wir trotzdem eine tolle Zeit gehabt, das ist sicher. Weil wir gemeinsam Dinge erlebt haben, die man nicht so schnell vergisst. Und beim nächsten Mal Kniffeln muss man wieder lachen. Einfach so…

Immer mal wieder…

… ein Déjà-vu.

Das ist eine seltsame Sache und jeder kennt es. Meist sieht oder hört man etwas und plötzlich schießen einem Gedanken durch den Kopf und man hat das Gefühl: das kenne ich. Oft ist das kein „echtes“ Déjà-vu, weil man es tatsächlich so ähnlich erlebt hat. So wie ich jetzt in Dänemark. Freunde von mir haben mich eingeladen, mit ihnen nach Dänemark zu fahren. Mal eine Woche abzuschalten. Und das Haus, in dem wir wohnen, ist genau gegenüber von dem Haus, wo wir vor 7 Jahren eben diese Freunde mit unserem Wohnwagen besucht haben. Geplant waren damals ca. 3 Tage, es wurden zwei Wochen draus. Es war ein toller Urlaub und natürlich kommen jetzt „echte“ Erinnerungen hoch. Nicht nur durch dieses Haus von gegenüber, auch durch die große Düne vom Foto oben, den Strand, den Kaufmannsladen gegenüber oder den Großeinkauf in den Läden, in denen wir damals schon waren. Es sind schöne Erinnerungen und ich freue mich, dass ich wieder dort sein kann.

Ein wirkliches Déjà-vu ist aber noch anders. Da erlebt man eine Situation und man hat ganz plötzlich das Gefühl: das habe ich schon einmal erlebt. Aber gleichzeitig ist man sich eigentlich sicher, dass es nicht so ist.

Laut Wikipedia wird es so definiert:

Als Déjà-vu [deʒaˈvy] (frz. „schon gesehen“) bezeichnet man ein psychologisches Phänomen (psychopathologische Bezeichnung: qualitative Gedächtnisstörung), das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

Hört sich gruselig an und das ist es auch, finde ich. Wie oft erlebt man so etwas? Ich bis jetzt vielleicht zwei- oder dreimal in meinem Leben.

Diese Woche ist bis jetzt voller angenehmer „Flashbacks“, und am Mittwoch werde ich dann auch die dänischen Freunde wiedersehen. Die wir, wie vor 7 Jahren auch, besuchen werden. Ketty hat mich damals etwas an meine Mutter erinnert und als ich das auf der Rückfahrt im Auto erzählt habe („Ketty erinnert mich mit ihrer Mimik und der Stimme an meine Mama“) meinte mein Sohn, damals 8 Jahre alt: „was ist den mimmick und stimmick?“ Wir mussten echt ziemlich lachen, weil es so witzig war. Auch so ein unvergesslicher und herrlicher Moment…  😀