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Was wichtig ist im Leben.

Da zickt meine MS mal wieder rum (scheint wohl ein Mädchen zu sein, oder ist es automatisch ein Mädchen, weil ich eins bin?) und gibt mir so nebenbei mal wieder eine sehr wichtige Erkenntnis mit auf den Weg, die ich aber schon seit längerer Zeit so in mein Leben eingebaut habe. Und jetzt aber mal versucht habe, zu formulieren.

Ich kann es nur immer wieder aus tiefster Überzeugung sagen:

Lebt jeden Tag, regt euch nicht über unwichtige Dinge auf, passt auf euch auf, seht die schönen Dinge im Leben, trennt euch von Dingen und Menschen, die euch nicht gut tun. Das Leben ist zu kurz für so etwas.

Ich habe zwei Bettnachbarinnen, die sind sehr nett und echt sehr, sehr arm dran. Da wird mir wieder ganz klar:

Anke, es geht dir gut und das Leben ist schön 🌞

Alles eine Sache der Perspektive.

Und damit ich nachts nie alleine im Krankenhaus bin habe ich immer einen treuen Begleiter dabei. Den ich vor langer Zeit von einem sehr lieben Menschen zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Das ist der Typ oben. 😀

Wartezeiten…

…hat man ständig. Manchmal kommt es mir so vor, als wenn ein Drittel meines Lebens aus Warten besteht.
Sicher ist das übertrieben, aber wenn man darüber nachdenkt, wartet man ständig. Worauf eigentlich?

An der Ampel…dass sie endlich grün wird.
An der Kasse…um den Einkauf bezahlen zu können.
Im Kino…bis der Film endlich anfängt.
Beim Fernsehen gucken…schon wieder Werbung?!
Auf die Ferien…den Urlaub…die Fähre (s.o.), den Zug, das Stauende usw. usw.

Einen der Höhepunkt hatte ich neulich.
Ich saß ganze fünf (!) Stunden bei meiner Neurologin im Wartezimmer. Die, nach eigener Krankheit und lange geplanten zwei Wochen Urlaub dann auch noch Vertretung für einen Kollegen machen musste.
Und obwohl viele der Patienten so lange wie ich warten mussten (und es Einigen ziemlich schlecht ging), hat niemand gemeckert. Im Gegenteil: viele lobten ihre Ärztin in den höchsten Tönen.
Weil sie ihr Bestes gibt, ein offenes Ohr hat, den Patienten zuhört, sie ernst nimmt.

Die meisten dieser Patienten finden sich sehr oft in Wartezimmern wieder. Und wenn man weiß, dass man am Ende dann Hilfe bekommt und man das Gefühl hat, dass alles, was möglich ist, getan wird, nimmt man es in Kauf.

Oft hat das Warten nicht so viel Sinn und man empfindet es als verschwendete Zeit. Zeit des Lebens, die man anders nutzen könnte.
Aber, mal ganz ehrlich, hat man eine andere Chance?
Oder bringt das Warten eine Möglichkeit, diese Zeit doch irgendwie  zu nutzen?

Vielleicht Jemandem zuzuhören, zu reden, Musik zu hören, zu lesen.
Oder in der Werbepause auf Klo zu gehen. 😉

Ich bin gestern durch Zufall über einen anderen Blog  gestolpert…und konnte den Beitrag zum Teil nachvollziehen…und war mal wieder froh, dass ich mich bei meiner Ärztin nicht im Kreis drehe.
Zumindest sagt mir das mein Gefühl und das ist gut.

Offenbar habe ich mit ihr Glück gehabt. Das braucht man, genau wie man manchmal Glück hat und die Ampel direkt grün ist oder die Kasse beim Einkaufen leer…

Also, schön Geduld haben, entspannt bleiben und die Zeit nicht als verloren sehen. Manchmal klappt das tatsächlich… 😀