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Das Leben ist kostbar.

Eigentlich weiß man das. Jeder weiß das. Warum vergisst man es so oft?

Ich hab heute bei Facebook einen Beitrag gesehen. Es ging um High Heels. Ein Kommentar war:

„Lieber High Heels als Nikotin, Alkohol oder sonstige Drogen. Schuhe sind eben mein Laster und als Ausgleich gibt’s zum Sport schön bequeme Turnschuhe und im Sommer Strandspaziergänge!“

Richtig, an Schuhen stirbt man wenigstens nicht .  😉

Meine Tochter hat ihr Zimmer etwas umgestaltet. Bisschen Farbe auf die Wände und einen schlauen Spruch drauf gepinselt. Wunderbar. Und immer so präsent.

Es gibt genug Dinge, die man beim besten Willen nicht genießen kann. Zum Beispiel stehen bei mir nächste Woche mal wieder MRT Untersuchungen an. Und langsam aber sicher mag ich diese Untersuchung  immer weniger. Meine MS-„Karriere“ ist ja noch nicht so lang, zumindest offiziell. Trotzdem werden es jetzt schon #15, #16 und #17, dank meiner beiden Knie, die auch ihren Beitrag dazu gegeben haben.  😉

Das Blöde ist: egal was dieses Magnet-Dings für Bilder ausspuckt, es ändert sich nix. Da frag ich mich, ob das eigentlich viel Sinn macht? Bei meinen Knie-MRTs konnte man hinterher sagen: ok, Kreuzband-Riss. Oder Meniskus-Riss. Oder beides… OP, alles klar. Die Lage ist jetzt ne andere. Ich mache glaub ich alles, was mir möglich ist, um das Fortschreiten der MS zu verhindern oder zu verzögern. Jetzt kommt vielleicht so ein blödes Gerät und sagt mir: „Ätsch! Deine MS macht trotzdem, was sie will.“

Vielleicht sieht man aber keine Veränderungen. Deswegen geht’s mir aber trotzdem nicht besser. Und deshalb mache ich seit einiger Zeit viele Sachen, die mir Spaß machen. Und, wer mich kennt weiß, das Tragen von unbequemen Schuhen gehört NICHT dazu… 😀 Weil das Leben eben Spaß machen soll. Man hat nur eins. Und deswegen sollte man auch High Heels tragen, wenn man das will und es einem Spaß macht… 🙂

Ja, ich weiß, das ist KEIN Pferd…

… ich hatte kein Pferdebild. Deswegen muss der Elefant vorm Rathaus ein Reittier symbolisieren. 😉

Ich hatte heute Premiere, weil ich das erste Mal in meinem Leben auf einem Pferd gesessen habe… obwohl, eigentlich stimmt das nicht. Als ich Kind war (also noch deutlich kleiner als heute),  gab es vor vielen Jahren, vor RICHTIG vielen Jahren,  ein Sommerfest bei uns auf dem Sportplatz. Und da gab es neben vielen anderen Sachen auch ein Pferd mit Führer, um die Kinder eine Runde hoch zu Ross drehen zu lassen. Ich war wie gesagt noch klein, aber ich erinnere mich gut. Ich fand es total toll… und aufregend. Das fand meine Mutter damals auch, glaube ich. Sie guckte sich das Ganze von der gegenüberliegenden Seite an. Und der Pferdeführer, so nenne ich ihn mal, war dann nach einer Runde der Meinung, dass ich wohl in der Lage wäre, das Reiten auch zu wuppen, wenn das Pferd schneller geht… oder trabt… wie auch immer. Ich machte offenbar den Eindruck, als hätte ich alles im Griff. Deswegen gab der Pferde-Chef mit seiner Gerte dem gar nicht so kleinen Tier einen Klaps aufs Hinterteil. So nach dem Motto: gib Gas, die Kurze kann das. Und will schneller!! Das Pferd fand das nicht witzig und wehrte sich… indem es plötzlich hinten hochbockte. Und was passierte? Logisch, die Kurze (also ich) segelte im hohen Bogen von dem eigentlich ganz friedlichen Tier herunter. Aber ich hab’s zum Glück geschafft unten im Handstand zu landen.

DAS fand ich richtig cool… 😀 und bin sofort wieder auf’s Pferd drauf. Das konnte ja nix dafür.  😉

Meine Mutter fand es allerdings nicht so cool und schlug die Hände über den Kopf zusammen, weil ich sofort wieder drauf war. Das wiederum hat mir dann noch mehr Spaß gemacht…

Also, nach diesem Ausflug in die Vergangenheit nochmal zum heutigen Tag. Meine Physiotherapeutin meinte neulich zu mir, dass ihrer Meinung nach diese „Hippotherapie“ (so heißt diese Therapieform auf dem Pferd) für mich und meinen ständigen, nervigen Begleiter MS bestimmt super wäre. Und da ich ja für alles offen bin: warum nicht. Also,  Termin gemacht und ausprobiert. Und mein Eindruck ist: ich bin mir ziemlich sicher, dass es bestens geeignet wäre. Meine möglichen Allergieprobleme blieben zum Glück auch aus.

Jetzt muss ich nur noch einen Sponsor finden.  😉 Eine Kassenleistung ist das nämlich leider nicht. Und da der Aufwand für eine Therapiesitzung erheblich ist… kostet es auch etwas mehr.

Ob mir dafür noch eine Lösung einfällt?? Vorschläge nehme ich gerne an… Nur ich sag’s euch gleich: Lotto spielen ist keine Option. Die Chance, da zu gewinnen ist ungefähr so groß, wie wenn sich die MS vom Acker machen würde. Darauf falle ich nicht rein…  😀

Was wichtig ist im Leben.

Da zickt meine MS mal wieder rum (scheint wohl ein Mädchen zu sein, oder ist es automatisch ein Mädchen, weil ich eins bin?) und gibt mir so nebenbei mal wieder eine sehr wichtige Erkenntnis mit auf den Weg, die ich aber schon seit längerer Zeit so in mein Leben eingebaut habe. Und jetzt aber mal versucht habe, zu formulieren.

Ich kann es nur immer wieder aus tiefster Überzeugung sagen:

Lebt jeden Tag, regt euch nicht über unwichtige Dinge auf, passt auf euch auf, seht die schönen Dinge im Leben, trennt euch von Dingen und Menschen, die euch nicht gut tun. Das Leben ist zu kurz für so etwas.

Ich habe zwei Bettnachbarinnen, die sind sehr nett und echt sehr, sehr arm dran. Da wird mir wieder ganz klar:

Anke, es geht dir gut und das Leben ist schön 🌞

Alles eine Sache der Perspektive.

Und damit ich nachts nie alleine im Krankenhaus bin habe ich immer einen treuen Begleiter dabei. Den ich vor langer Zeit von einem sehr lieben Menschen zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Das ist der Typ oben. 😀

Wartezeiten…

…hat man ständig. Manchmal kommt es mir so vor, als wenn ein Drittel meines Lebens aus Warten besteht.
Sicher ist das übertrieben, aber wenn man darüber nachdenkt, wartet man ständig. Worauf eigentlich?

An der Ampel…dass sie endlich grün wird.
An der Kasse…um den Einkauf bezahlen zu können.
Im Kino…bis der Film endlich anfängt.
Beim Fernsehen gucken…schon wieder Werbung?!
Auf die Ferien…den Urlaub…die Fähre (s.o.), den Zug, das Stauende usw. usw.

Einen der Höhepunkt hatte ich neulich.
Ich saß ganze fünf (!) Stunden bei meiner Neurologin im Wartezimmer. Die, nach eigener Krankheit und lange geplanten zwei Wochen Urlaub dann auch noch Vertretung für einen Kollegen machen musste.
Und obwohl viele der Patienten so lange wie ich warten mussten (und es Einigen ziemlich schlecht ging), hat niemand gemeckert. Im Gegenteil: viele lobten ihre Ärztin in den höchsten Tönen.
Weil sie ihr Bestes gibt, ein offenes Ohr hat, den Patienten zuhört, sie ernst nimmt.

Die meisten dieser Patienten finden sich sehr oft in Wartezimmern wieder. Und wenn man weiß, dass man am Ende dann Hilfe bekommt und man das Gefühl hat, dass alles, was möglich ist, getan wird, nimmt man es in Kauf.

Oft hat das Warten nicht so viel Sinn und man empfindet es als verschwendete Zeit. Zeit des Lebens, die man anders nutzen könnte.
Aber, mal ganz ehrlich, hat man eine andere Chance?
Oder bringt das Warten eine Möglichkeit, diese Zeit doch irgendwie  zu nutzen?

Vielleicht Jemandem zuzuhören, zu reden, Musik zu hören, zu lesen.
Oder in der Werbepause auf Klo zu gehen. 😉

Ich bin gestern durch Zufall über einen anderen Blog  gestolpert…und konnte den Beitrag zum Teil nachvollziehen…und war mal wieder froh, dass ich mich bei meiner Ärztin nicht im Kreis drehe.
Zumindest sagt mir das mein Gefühl und das ist gut.

Offenbar habe ich mit ihr Glück gehabt. Das braucht man, genau wie man manchmal Glück hat und die Ampel direkt grün ist oder die Kasse beim Einkaufen leer…

Also, schön Geduld haben, entspannt bleiben und die Zeit nicht als verloren sehen. Manchmal klappt das tatsächlich… 😀