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Zehn Monate #Coimbra #Protokoll

Seit ziemlich genau 10 Monaten bin ich im Protokoll. So nennen es die Patienten, die diese Therapie machen. Es sind inzwischen weltweit reichlich viele, die auf diese hochdosierte Vitamin D3 Therapie setzen. Und hoffen. Entwickelt hat es in 15 Jahren Forschung Dr. Coimbra in Brasilien. Es ist für sehr viele Erkrankte fast die einzige Möglichkeit, mit der Krankheit zu leben und auf einen Stopp zu hoffen. Oder vielleicht sogar eine Verbesserung zu erreichen.

10 Monate dauert auch eine Schwangerschaft…da kommt mir kurz in den Sinn: ist es jetzt wie ein Baby?

Vielleicht kann man einige Parallelen sehen. Die Hoffnung, dass alles gut läuft…mit diversen Schwangerschaftswehwehchen kämpfen…Änderungen in der Ernährung…Verzicht auf Alkohol. Es ist zwar nicht generell verboten, aber zuviel darf nicht sein. Tut den allgemeinen Symptomen auch nicht gut. Wenn man eh schwankend läuft, wird das durch Alkohol leider nicht besser… 🙄

Die ersten Monate konnte ich Einiges feststellen, was besser geworden ist. Circa alle 2 Monate muss ich meine Werte kontrollieren lassen. Das bedeutet Blutabnahme, es wird kontrolliert, ob mein Calciumwert im grünen Bereich ist. War er bis jetzt immer. Und das Parathormon ist ein Marker, ob die D3 Dosis richtig  ist. Zusätzlich 24h lang den Urin sammeln. Darüber machen wir Patienten oft Witze, wenn mal wieder gesammelt wird. Auch hier wird das Calcium kontrolliert. Unbedingt erforderlich ist ein strikter Verzicht auf Milchprodukte und mindestens 2,5 Liter Flüssigkeitszufuhr pro Tag. Cola ist auch ein NoGo wegen der Phosphorsäure, die enthalten ist. Klingt auch schon ungesund… 😉 Manche können sich nicht vorstellen, ein Leben lang so zu leben. Die Alternative ist aber nicht besser. Wenn man eine Therapie gefunden hat, die der MS (und auch anderen Autoimmunkranheiten) die Stirn bieten kann, sind viele sehr froh und lassen sich gerne darauf ein. Zumal diese Therapie keine (!) Nebenwirkungen hat. Wie im Gegensatz dazu aber eigentlich alle der schulmedizinischen Therapien.

Leider gibt es, wie fast immer, doch einen Nachteil. Man muss alles aus eigener Tasche bezahlen. Arzt, Nahrungsergänzungsmittel wie D3, Magnesium, B-Komplex und B2. Wenn man genug finanzielle Mittel hat nimmt man auch noch Omega3.

Ich bin mit meiner individuellen D3 Dosis ziemlich am Ziel angelangt, habe es aber noch nicht ganz erreicht. Es dauert viele Monate, bis man die Dosis ermittelt hat.

Heute traf ich einen Trainerkollegen von früher. Er sagte zu mir, „warum gehst du so schwer?“ Ich bin nur kurz darauf eingegangen, aber später kam er nochmal und wollte genau wissen, was los ist. Solche Gespräche sind immer relativ unangenehm. Die Leute sind geschockt. Und fragen, ob ich Medikamente nehme. Und wenn ich sage, nein, es gibt keine Medikamente gegen meine Verlaufsform sind sie irritiert. Und er fragte: „und, wie geht’s jetzt weiter?“

Man kann nur antworten, dass man möglichst normal weiterleben muss. Es geht nicht mehr alles wie früher. Und dass möglichst Stress vermeiden muss. Sonst werden alle Symptome schlimmer. Jeder, der im Protokoll ist, weiß, dass man vor allem emotionalen Stress vermeiden muss.  Lässt sich nicht immer umsetzen. Aber meistens klappt das ganz gut.

Und fast noch wichtiger ist es, schöne Sachen zu machen, die einem Spass machen. Das hilft… Auch das kriege ich ganz gut hin, finde ich 😊